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Normale Version: Auswilderungsprojekte
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Hallo,

ich wollte mich mal erkundigen, welche Auswilderungsprojekte zur Zeit laufen und wie erfolgreich sie sind.

Ich kenne eigentlich nur diese zwei:

Der Eurasische Luchs wird im Harz und in der Schweiz ausgewildert.

Die Przewalski-Pferde werden in der Mongolei und der ungarischen Puszta ausgewildert.

Mfg
Yast
Ich weiss noch über:
Wisente - die an mehreren Stellen ausgewildert sind, diese und letzte Jahr hat zB Chomutov Tiere nach Poloniny (Slowakei) geschickt und die leben schon frei. Das wilde Herde da hat schon etwa 10 Mitglieder und nächste Frühling sollten die ersten Geburten kommen. Einige Tiere haben Sender und so ist deren Schicksal verfolgt. Bisher war nur ein Verlust, ein junge Bulle hat den Transport von Zoo nach Slowakei nicht überlebt, alle andere Tiere haben sich gut eigelebt, zu der Gruppe ist sogar ein wilde Bulle aus Poland von allein zugewandert. Prag hat diese Jahr eine Wisent-Kuh nach Bielowiez (Poland) geschickt, um die Population dort zu verstärken.
In Alpen läuft ein Projekt für Steinbocke, der von Zoo Insbruck geleitet ist. Chomutov hat dort diese Jahr 6 Tieren geschickt, die aber erst im Frühlich ausgewildert werden.
Weiter läuft schon seit Jahrzehnter das Auswilderungprojekt für Bartgeier in Alpen, an dem sich viele Zoos beteilen, aus Tschechien Prag und Liberec. Der ist relativ erfolkreich, weil sie sich da schon von allein vermehren.
In Tschechien läuft gerade der Projekt für den Europäischer Ziesel, zB Prag, Plzen oder Brno beteiligt sich. In ganze Tschechien gibts nur noch 23 Kolonien (und nur noch 3 haben mehr als 40 Tieren). Diese Zoos werden den Ziesel im eigenem Areal halbwild halten und dann mit den Nachzuchten die wilde Kolonien verstärken oder sogar neue grunden.
Ein weitere Projekt existiert auch für Habichtkauz (Ohrada, Prag, Ostrava und andere Zoos), diese Art ist in Sumava (Böhmerwald) ausgewildert, und nach 100 Jahren nach deren Ausrottung waren die erste Nester gefunden.
Aber es gibt sicher viele weitere, zb hat diese Jahr der Projekt für Steinadler im Nordost-Mähren begonnen.
Auswilderung von Löwenäffchen :
Im Brasilianischen Regenwald. Nicht gerade erfolgreich, denn die Affen verbringen die meiste Zeit auf dem Boden und sind damit von Raubtieren bedroht. Denn sie fanden sich auf den Bäumen nicht zurecht. Und es gab probleme mit dem Fressen, denn in Zoos wurden sie immer mit geschälten Bananen gefüttert und wenn sie jetzt im Wald eine ungeschälte Banane finden schmeißen die sie weg.

Auswilderung von Mendesantilopen
Tunesien und Marokko. Dieses ist von Erfolg gekrönt, der Bestand wird immer größer.

Auswilderung von Arabischen Oryx
Genauso von Erfolg gekrönt.

Auswilderung von Hawaiigänsen
Eines der Erfolgreichsten Projekte, es gab zeitweise weniger als 30(!), mittlerweile sind es wieder ein paar tausend.

Dann gibts noch Auswilderungs Projekte von Kalifornischen Kondoren, Davidshirschen, Onager, Somali-Wildesel.
Werden oder wurden eigentlich auch schon mal erfolgreich Menschenaffen ausgewildert? Könnte mir vorstellen, dass dies sehr schwierig ist.
Sehr bekannt ist auch in Deutschland die Auswilderung von Seeadlern.

Bis zum 20. Jahrhundert war der Bestand in Europa so gut wie ausgerottet. Ab dem 20jh. stieg der Bestand leicht wieder an. Bis in die 20. bis 60. Das oft in Ost-Deutschland eingesetzte Insektizit DDT ließ den Bestand wieder extrem stark sinken, da der Nachwuchs ausblieb.
Der NABU und der WWF wilderten die Seeadler in Deutschland wieder aus und beobachteten die Fortschritte.
Im Jahr 1990 wurden in Deutschland 185 Brutpaare gezählt. Heute (2006) wird der Bestand auf sehr erfreuliche 530-540 Brutpaare geschätzt.

Ich weiss leider nicht, ob heute immer noch Seeadler in Deutschland ausgewildert werden.


@Hongabonga: Die Auswilderung von Kalifornischen Kondoren und ihren Verwandten den Anden Kondoren ist sowas von interessant. Ich habe mal gelesen, dass der Bestand des Andenkondors kurz vor 0 war. Es wurden die letzten 30 (!) Brutpaare eingefangen, um eine Zucht aufzubauen. Heute gehören Kondore zu den wertvollsten Vögeln, die es gibt: In Afrika werden Anden + Kalifornische Kondore hinter den Kulissen eines Zoos gehalten. Der Berreich um die Voliere ist extrem Gesichert und so dürfen auch nur eine Hand voll Tierpfleger zu den Kondoren. Selbst ein Kamerateam durfte nicht in den Pflegergang sondern musste vor Voliere filmen.
Es werden auch noch Säbelantilopen ausgwildert, an diesen Projekt ist der Zoo Leipzig mitbeteiligt und hatte 2002/2003 8 Säbelantilopen vergegeben.

Der Tierpark Dessau beteiligt sich noch an Auswilderungen von Weissstörche, Europäischer Uhu und dem Schwarzspecht.

Tierpark Köthen und Tierpark Hexentanzplatz (Thale) wildern den Europäischen Luchs aus.

Edit: Verschiedene Tieparks beteiligen sich auch an Programmen für den Elbebiber und Europäischer Nerz.
So fast jede Wüstenantilopenart wird mittlerweile ausgewildert, Mhorr- und Damagazellen meines Wissens auch.
Tut mir zwar leid, aber ich muss hier leider mal einiges aus Goldis Beitrag richtig stellen !!!

1. Europäische Seeadler wurden in Deutschland nie oder nur in geringer Zahl ausgewildert. Es gab zwar irgendwann mal nur noch sechs Brutpaare (alle in Schleswig-Holstein), aber das ist glücklicherweise Geschichte, denn diese Zahl wurde vor 1989 veröffentlicht. Woher kam also der Aufschwung ??? Um ohne einen geschichtlichen Exkurs auszukommen... Deutschland hatte damals auch noch eine Osthälfte, die DDR hieß und große Seeadler-Bestände aufweisen konnte (besonders in Mecklenburg-Vorpommern). Als 1989 die Grenzen geöffnet wurden und wir wieder EIN Deutschland waren, mussten natürlich die Bestandszahlen aktualisiert werden. Und mit den Brutpaaren im Osten hatte Deutschland plötzlich einen ca. 1000 % Zuwachs in der Seeadler-Population. Gleiches gilt übrigens auch für Arten wie Fischotter, Biber und Großtrappe, die es in (West-) Deutschland als Brutvogel wohl gar nicht mehr gab.

2. Die Kondorgeschichte bezieht sich auf den kalifornischen Kondor, bei dem die letzten 12 (???) Vögel eingefangen wurden, um sie vor Abschuß, Vergiftung und sich selbst zu schützen (die Vögel hatten leider die Angewohnheit, sich oft am Nest zu streiten, und dann ihre Eier dabei aus den Nestern zu befördern, was bei einer so seltenen Art nicht besonders ratsam ist). Heute gibt es wieder einige kalifornische Kondore mehr (genaue Bestandszahlen habe ich leider nicht im Kopf), wobei der Vogel immer noch aufs Äußerste gefährdet ist. Die Zuchtstation hinter den Kulissen eines Zoos befindet sich allerdings nicht in Afrika, sondern in den USA und zwar in, wo sollte es anders sein, San Diego ! Dort werden, meines Wissens, aber auch nur Kalifornier gezielt hinter den Kulissen gezüchtet, allerdings werden die Andenkondore des öfteren als Ammen für die Küken eingesetzt, um die Aufzuchtrate zu erhöhen. Handaufzuchten werden dort übrigens in einer Art "Muppet-Show" durchgeführt, d. h. die Jungvögel werden mithilfe eines haut- bzw. kondorkopf-farbenen Sockens aufgezogen, der sie, quasi als Handpuppe füttert, um einer Fehlprägung auf den Menschen vorzubeugen.

Auf einen anderen Beitrag möchte ich auch noch kurz antworten : Es gab wohl schon einige erfolgreiche Auswilderungen von Menschenaffen (Schimpansen in Afrika, Orangs auf Borneo), wobei es sich aber meistens um Jungtiere handelte, deren Mütter von Wilderern getötet wurden, die also quasi schon mal in Freiheit lebten. Soweit ich weiß, ist aber z.B. die Auswilderung von Großkatzen immer noch ein Problem, da es kaum noch Lebensräume gibt und es wohl auch schwierig ist, ihnen das Jagen und Töten wieder beizubringen.
Für China-Alligator, Utila-Schwarzleguan und Ganges-Gavial existieren auch Zucht- und Auswilderungsprojekte.
Das in China finanziert sich übrigens u.a. auch durch den Verkauf eines Teils der Nachzucht an Privatleute, obwohl die Chinesen sonst ja lieber Leihgabe für viel Geld ins Ausland schicken (Große Pandas, Goldstumpfnasen/Japan).
Das Projekt auf Utila wird maßgeblich von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt getragen, deshalb hat auch der Zoo Frankfurt als erster in Europa einige Exemplare erhalten. Mittlerweile halten und züchten auch andere diese Art (u.a. Jersey, Poznan; zeitweise sogar Halle).
Am Ganges-Gavial-Projekt war Frankfurt auch beteiligt, indem der Zoo sein einzelnes Männchen Ende der 70er (?) nach Indien schickte, das dort vielfachen Nachwuchs zeugte. Allerdings ist in jüngster Zeit nach zwischenzeitlicher Erholung wieder ein dramatischer Rückgang der Population zu verzeichnen.
@Dortmunder: Na, es wurden ganz sicher Seeadler in Deutschland (BRD) wieder ausgewildert. Hab gerade noch mal ein bisschen nachgelesen und es hat die "Deutsche Greifenwarte Burg Guttenberg" deffinitiv 12 Jungadler ausgewildert. Das war im Jahr 1975.

Im restlichen Europa (Tschechien, Frankreich, Ungarn, Polen, Schweden und Irland) wurden ebenfalls Seeadler ausgewildert. 37 Adler sind es gewesen.
Zur DDR kann ich leider nix sagen.

Zu Kondor: Hmm, dann verwechsel ich da was. Das mit den Socken hab ich auch gesehen, allerdings in einer anderen TV-Sendung als das mit dem SIcherheitstrakt Wink
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