18.07.2008, 11:45
Zitat:welt.de - 15.07.2008
Tasmanische Teufel überlisten den Krebs
Der Tasmanische Teufel gehört nun nicht mehr zu den gefährdeten, sondern zu den bedrohten Arten. Die Tiere werden von einer Form von Gesichtskrebs dahingerafft, die den Bestand in manchen Regionen bereits um 90 Prozent reduziert hat. Neuerdings jedoch scheinen die "Teufel" ihren Lebenswandel an diese Bedrohung anzupassen - sie schlagen dem Krebs ein evolutionäres Schnippchen. Und so sehen Forscher die Situation inzwischen vorsichtig optimistisch. Die Australier haben fünf Beutelteufel-Populationen untersucht und ihre Beobachtungen in "Proceedings of the National Academy of Science" (PNAS) veröffentlicht. Sie stellten fest, dass die Tiere sich neuerdings früher paaren: Während weibliche Beutelteufel in der Vergangenheit frühestens mit etwa zwei Jahren Nachwuchs bekamen, werfen inzwischen schon einjährige Tiere zum ersten Mal. Damit stellen die Teufel sicher, dass sie überhaupt dazu kommen, Nachwuchs zu zeugen - denn wer sich einmal angesteckt hat, stirbt innerhalb weniger Monate an den Wucherungen im Gesicht. Was soeben auf der Insel vor Australien geschieht, ist Evolution zum Anfassen und Zuschauen. ... Wendet nun ausgerechnet der Krebs alles zum Guten? "Wir glauben, dass der Krebs einen neuen, stark selektiven Faktor für die Veränderung des Lebenszyklus darstellt, der zu einer Population führen kann, die genetisch und demografisch robuster ist", schreiben die Forscher. Anders ausgedrückt, sehen sie die Entwicklung vorsichtig optimistisch. Der Genpool der Tasmanischen Teufel ist zwar klein, aber nicht völlig einheitlich - die Evolution hat noch ein wenig Spielraum. Doch noch sind die letzten großen Raubbeutler nicht außer Gefahr: "Obwohl die Fähigkeit, auf frühe Vermehrung umzusteigen, den Teufeln eine Möglichkeit zum Überleben bietet, bleibt die Prognose unsicher."
Zitat:wissenschaft-online.de - 15.07.2008
Zwangsweise frühreif - Tödliche Krankheit macht Beutelteufel zu jüngeren Eltern
Könnte man die letzte Zufluchtsstätte einer vom Aussterben bedrohten Art hoffnungsvoller als Maria Island titulieren? Noch dazu wenn die gefährdete Spezies den Namen des Antichristen trägt? Das kleine Eiland vor der Küste Tasmaniens soll nun jedenfalls zum Rettungsanker für den Beutelteufel (Sarcophilus harrisii) werden, dessen Bestand auf der Hauptinsel in rasender Geschwindigkeit dahinsiecht - hinweggerafft von einer heimtückischen Krankheit namens Teufelsgesichtstumorkrankheit (Devil Facial Tumour Disease, DFTD). Innerhalb von nur drei Monaten zerstört dieser Krebs das Gesicht der Tiere, sodass sie nicht mehr fressen können, und übersät ihren Körper mit Geschwulsten. Was die Krankheit auslöst - etwa Viren oder mutierte Zellen, die nach Kontakt mit gesundem Gewebe dieses ebenfalls aus dem Ruder laufen lässt -, entzieht sich bislang noch ebenso der Kenntnis wie potenzielle medizinische Gegenmaßnahmen.
kann man nur hoffen, dass diese Entwicklung ein bisschen hilft