23.05.2008, 11:08
Laut der neuen Zoopresseschau wurde das Nördliche Breitmaulnashorn ausgerottet.

Zitat:Liebe Leser,
wir haben es wieder einmal geschafft; heute, ausgerechnet am Internationalen Tag der Biodiversität, müssen wir die Gewißheit verkünden, worüber viele bisher schon starke Vermutung hatten: nach dem Baiji wurde jüngst ein weiterer Großsäuger, das Nördliche Breitmaulnashorn, einzig durch Zutun von uns Menschen von dieser Erde ausradiert. Geschenkt, daß es in wenigen Zoos noch ein paar wenige Exemplare gibt, die bekanntermaßen schlecht züchten und uns das "Aussterben erlebbar" machen werden, geschenkt auch, daß es vor allem in den USA Wissenschaftler gibt, die das Klonen von Tieren als Methode des Artenschutzes etablieren wollen. Artenschutz ist Diversitätsschutz, und Biodiversität manifestiert sich vor allem in genetischer Diversität, was nutzt es da, wenn man von nur noch einer Handvoll Individuen (= Genotypen) diese Individuen fünfmal haben kann?
Schon in der Vergangenheit haben wir viele - viel zu viele - oft heute als gerettet geltende Tierarten durch einen sogenannten genetischen Flaschenhals gejagt (in vielen Fällen im wahrsten Sinne des Wortes) - Wisente, Przewalski-Pferde, Uhus, Steinböcke... -, und erst die nahe und ferne Zukunft wird zeigen, ob die Arten und Unterarten diese künstlich geschaffene genetische Einfalt verkraften und sich als dauerhaft überlebensfähig auch auf dem Spielfeld von Klimawandel und Umweltveränderungen erweisen. Das trifft übrigens auch auf den Bruder des Nördlichen Breitmaulnashorns, das Südliche Breitmaulnashorn, zu.
Das Südliche Breitmaulnashorn war auch schon auf 20 Tiere dezimiert, heute gilt es unter Schutz als gesichert. Also doch kein Verschwinden des Breitmaulnashorns, es war ja "nur" eine Unterart? Wer so denkt (Zitat WWF "Tiger ist Tiger"), dem sei im Zeitalter der Molekularbiologie gesagt, daß dann auch dem Verschwinden des Menschen keine Bedeutung beigemessen werden bräuchte, denn es gibt noch einen "Zweitmenschen", den Schimpansen, der dem Homo sapiens genetisch viel ähnlicher ist als die beiden Unterarten des Breitmaulnashorns es waren. Genetik ist nicht alles, aber vieles ist Genetik.
Vielleicht noch etwas Positives zum Schluß: noch druckfrisch vermeldet die ZGAP die Entdeckung einer neuen Wirbeltierart, des Cat Ba-Tigergeckos, auf der nordvietnamesischen Insel Cat Ba. Noch immer gibt es auf dem blauen Planeten viele Lebensformen, viel "Biodiversität" zu entdecken, darunter auch Wirbel- und Großtiere - ich hoffe sehr, nicht nur dafür, daß die Liste der vom Menschen ausgelöschten Arten noch ein Stückchen länger werden kann!
