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Normale Version: Nördliches Breitmaulnashorn
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Laut der neuen Zoopresseschau wurde das Nördliche Breitmaulnashorn ausgerottet.Sad2

Zitat:Liebe Leser,

wir haben es wieder einmal geschafft; heute, ausgerechnet am Internationalen Tag der Biodiversität, müssen wir die Gewißheit verkünden, worüber viele bisher schon starke Vermutung hatten: nach dem Baiji wurde jüngst ein weiterer Großsäuger, das Nördliche Breitmaulnashorn, einzig durch Zutun von uns Menschen von dieser Erde ausradiert. Geschenkt, daß es in wenigen Zoos noch ein paar wenige Exemplare gibt, die bekanntermaßen schlecht züchten und uns das "Aussterben erlebbar" machen werden, geschenkt auch, daß es vor allem in den USA Wissenschaftler gibt, die das Klonen von Tieren als Methode des Artenschutzes etablieren wollen. Artenschutz ist Diversitätsschutz, und Biodiversität manifestiert sich vor allem in genetischer Diversität, was nutzt es da, wenn man von nur noch einer Handvoll Individuen (= Genotypen) diese Individuen fünfmal haben kann?
Schon in der Vergangenheit haben wir viele - viel zu viele - oft heute als gerettet geltende Tierarten durch einen sogenannten genetischen Flaschenhals gejagt (in vielen Fällen im wahrsten Sinne des Wortes) - Wisente, Przewalski-Pferde, Uhus, Steinböcke... -, und erst die nahe und ferne Zukunft wird zeigen, ob die Arten und Unterarten diese künstlich geschaffene genetische Einfalt verkraften und sich als dauerhaft überlebensfähig auch auf dem Spielfeld von Klimawandel und Umweltveränderungen erweisen. Das trifft übrigens auch auf den Bruder des Nördlichen Breitmaulnashorns, das Südliche Breitmaulnashorn, zu.
Das Südliche Breitmaulnashorn war auch schon auf 20 Tiere dezimiert, heute gilt es unter Schutz als gesichert. Also doch kein Verschwinden des Breitmaulnashorns, es war ja "nur" eine Unterart? Wer so denkt (Zitat WWF "Tiger ist Tiger"), dem sei im Zeitalter der Molekularbiologie gesagt, daß dann auch dem Verschwinden des Menschen keine Bedeutung beigemessen werden bräuchte, denn es gibt noch einen "Zweitmenschen", den Schimpansen, der dem Homo sapiens genetisch viel ähnlicher ist als die beiden Unterarten des Breitmaulnashorns es waren. Genetik ist nicht alles, aber vieles ist Genetik.
Vielleicht noch etwas Positives zum Schluß: noch druckfrisch vermeldet die ZGAP die Entdeckung einer neuen Wirbeltierart, des Cat Ba-Tigergeckos, auf der nordvietnamesischen Insel Cat Ba. Noch immer gibt es auf dem blauen Planeten viele Lebensformen, viel "Biodiversität" zu entdecken, darunter auch Wirbel- und Großtiere - ich hoffe sehr, nicht nur dafür, daß die Liste der vom Menschen ausgelöschten Arten noch ein Stückchen länger werden kann!
Es war für mich schon seit längerer Zeit klar das diese Art bald aussterben wird, aber traurig ist das trotzdem.
was ist eigentlich mit den zoobeständen des nördlichen breitmaulnashorns? dvur kralove müsste doch noch einige haben, wieviele genau, und welcher zoo hat sonst noch welche? und vor allem wie siehts da mit eventuellen nachzuchten aus?
San Diego hat noch welche, keine Ahnung wieviele, jedenfalls sind diese zu alt zum züchten.
Schaut mal bei ISIS, da ist sowohl Dvur also auch SD gelistet....
Der aktuelle Bestand in San Diego WP und Dvur Kralove:

San Diego 1,1
1,0 Angalifu Geboren ca 1972 in Sudan, gefangen 1973 und kam ins Zoo Chartum, von da aus nach San Diego 1990 ausgelieht. Er hat sich nie mit Kühen gepaart.
0,1 Nola Geboren ca 1974 in Sudan, gefangen 1975 und kam nach Dvur Kralove. Im jahr 1989 war sie (zusammen mit Saút und Nádí) nach San Diego ausgeliehnt. Sie wurde von Saút gepaart, doch hatte nie gezüchtet, jetzt hat sie kein Zyklus mehr.

Dvur Kralove 2,4
1,0 Súdán Geboren ca 1973 in Sudan, gefangen 1975 und kam nach Dvur Kralove. Er wurde 2mal Vater, Tochter heissen Nabiré und Najin.
1,0 Suni Geboren 1980 in Dvur Kralove, Eltern sind Saút und Nasima. Er hat sich schon gepaart, doch hat noch nie ein Kalb gezeugt. Seine Sperma wurde getestet und er ist zeugungsfähig.
0,1 Nesárí Geboren ca 1972 in Sudan, gefangen 1975 und kam nach Dvur Kralove, sie hat sich gepaart, aber hatte nie Kalb und jetzt hat sie kein Zyklus mehr.
0,1 Nabiré Geboren 1983 in Dvur Kralove, Eltern sind Súdán und Nasima. Auch sie hat sich früher gepaart, wurde nie trächtig. Sie hat kein Zyklus mehr.
0,1 Najin Geboren 1989 in Dvur Kralove, Eltern sind Súdán und Nasima. Sie hatte ein Kalb bisher. Sie hat einen Zyklus und wurde in letzten Jahren natürlich gepaart, wie auch wurde AI bei ihr versucht, ist aber nicht trächtig geworden.
0,1 Fatu Geboren 2000 in Dvur Kralove, Eltern sind Saút und Najin. Sie hat einen Zyklus, war gepaart und ging auch AI unter. Bisher war sie aber nicht trächtig.
hm ok, vielen dank für die infos, aber das sieht ja wirklich garnicht gut aus.. ich dachte AI wär bei nashörnern inzwischen garnichtmehr sooo schwierig und halbwegs erfolgsversprechend. auch züchten doch die südlichen breitmaulnashörner imho recht gut mittlerweile... Sad
Vielleicht kann man Sperma und Eizellen einfrieren und eventuell dann später den Südlichen einsetzen...
Aktuelles Meldung aus Dvur Kralove:

Am 2.9.2008 gabs in Dvur Kralove ein Meeting, wo man über Zukunft vom Unterart Nordliche Breitmaulnashorn gesprochen hat. Es war gesagt, das die einzige reale Chance für diese Unterart ist, die zuchtfähige Zootiere ins Gebiet mit natürlichem Klima zu übersetzen, und wenns möglich, mit letzten überlebenden Wildtieren zu vereinigen. Es war auch ein Aktion Plan vorbereitet (leider sagt das Meldung nicht, was in ihm steht), der als Kooperation von WAZA, EAZA, UNESCO, ARSG, "Back to Africa", Spezialisten aus europäischen Universitäten usw. durchgeführt wird. Die Leute von IZW sind auch am Board, und man wird weiter in Richtung AI forschen. In NP Garamba läuft immer noch die Sucheaktion, obs einige Tiere vielleicht nicht da überlebten. Davon schliese ich auf, Dvur wird Najin, Fatu, Suni und vielleicht auch den Súdán nach Afrika (Kenia?) in nächste Zuckunft schicken.
Ja, es ist eine Schande, wenn diese Unterart endgültig verschwindet.
Eine konzertierte Aktion ist angesagt wie die offenbar geplante, aber wir alle wissen, dass sogar der Schutz weniger Einzeltiere in Drittweltländern gelegentlich nicht zu 100 % gewährleistet werden kann. Es bedarf also auch Personals, Ausrüstung und finanzieller Mittel in der Folge. Die hervorragende Arbeit der Zooleute in Dvur Kralove hat wenigstens einen kleinen Grundstock schaffen können - und jetzt drängt die Zeit!
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