03.05.2008, 13:47
Zitat:Der erste große Zoo im Südharz
NORDHAUSEN. Wie geplant, öffnete am Donnerstag der Nordhäuser Reptilien-Zoo für die Besucher. Die traten sich fast auf die Füße, so viele waren schon am Vormittag auf das Gelände an der Halleschen Straße gekommen, um die 400 Tiere zu bestaunen. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, waren hinter dem Zoohaus Allner die Gehege entstanden.
Otto Allner hatte einen Traum. Schon als Kind. Aber er ist alles andere als ein Träumer. Tiere liebt er über alles. "Das ist wie eine Droge." Möglichst viele wollte er immer halten. Und sie auch anderen Menschen zugänglich machen. Die Idee von einem Zoo war geboren. Mitten in der Stadt, auf einem 7000 Quadratmeter großen Gelände an der Halleschen Straße, wo früher eine Handelsgesellschaft der DDR ihren Schnaps lagerte.
400 Tiere tummeln sich jetzt in den Gehegen, Terrarien und Häusern auf dem Gelände. 80 Arten halten Otto Allner und seine Frau Susan hier. Zwar nennt sich das Unternehmen Reptilien-Zoo, aber es gibt auch Säugetiere. Denn Allner liebt sie alle. So gibt es Wasch- und Nasenbären, Stacheltieren, die sich weniger zum Streicheln eignen und solche, die das gern haben wie Esel oder Pony. Die dienen nicht als Futter für die Reptilien, wie Otto Allner versichert, sondern sind ganz normale Zoo-Bewohner. Die possierlichen Affen und die putzigen Erdmännchen suchten die Kinder, die das Gelände mit glänzenden Augen durchstreiften, umsonst. Die sind noch in Quarantäne und werden erst demnächst zur Besichtigung freigegeben. Der Renner bei den Kleinen waren deshalb die Pferde und Esel.
Wenn das Interesse anhält, geht Allners Konzept auf. Denn die Leute standen förmlich Schlange, um die Schlangen zu sehen. Denn bei einem privaten Zoo trägt der Besitzer nun einmal das volle Risiko. Dass es funktionieren kann, beweisen Tierparks im Westen oder das Aquarium in Zella-Mehlis. "Ich musste das ja privat machen, wenn sich keiner findet", meint Allner, der versucht hatte, Stadt oder Landkreis ins Boot zu holen. Der aber hat noch nicht einmal Geld für eine Arche beim drohenden finanziellen Untergang.
Zumindest indirekt könnte sich die Stadt verdient machen um die ihr kostenlos in den Schoß gefallene Touristen-Attraktion. Oberhalb des Zoo-Geländes steht eine Schule leer. Das Gebäude und die 15 000 Quadratmeter Gelände würden sich förmlich für seine Zwecke anbieten, meint Allner. Dort könnte eine Tropenhalle mit Wasserbecken und Flugmöglichkeiten entstehen, sagt er verträumt. Das Gelände würde er parkähnlich gestalten. Für die Anwohner eine echte Verbesserung ihres Wohnumfeldes. Nicht zuletzt wegen der dann aufzustockenden Arbeitskräftezahl hofft Allner auf den Zuschlag. Schon jetzt beschäftigt er sechs Mitarbeiter und bildet zwei Lehrlinge aus.
Den Umbau des Schulhauses und die Gestaltung des Geländes würde er selbst übernehmen. So wie er alles gebaut hat, die Gehege ebenso wie die eisernen Tische in der kleinen Gaststätte oder die metallene Treppe. Profihaft zusammengeschweißt vom gelernten Koch Allner. Denn hinter seiner Tierhandlung hat er eine eigene Tischlerei, Schlosserei und eine Glaserei. Hier baut er auch die Terrarien für seine Tiere.
Jörg RIESMEYER
hier die HP des Reptilien-Zoos
Nein, ich meinte den in Nordhausen, da gibt es auch einen. In Schladen war ich auch 