Es ist ja bekannt, dass die Nachzucht mit handaufgezogenen Marabus ein aussichtsloses Unterfangen ist, also warum macht man sich in Köln die Mühe, die Eier zu entfernen und auszubrüten, anstatt die Eltern Erfahrungen mit den Jungen sammeln zu lassen....???
Oder wie verhält es sich mit den Marabunachzuchten im Kölner Zoo??
Es war einmal die Rede von einer Naturbrut, ich weiß aber nicht, ob die jungen aufgekommen sind. Die Tiere leben in der ehemaligen Rothirschanlage, brüten tun sie aber meistens in einem Antilopenstall der 80er Jahre, vergesellschaftet sind sie mit Hornraben und Blauflügelgänsen, erstere haben einen eigenen Winterstall. Man kann Paare regelmäßig beim Balzen beobachten, ich vermute aber, daß der Stall es nicht gestattet, die Brutvögel zu isolieren und sie dann doch zu gestört werden. Die neue Zooleitung hat auch die Handaufzucht eines Flamingo gestattet, bei den Marabus hat aber auch Herr Nogge allen Nachwuchs als großen Erfolg gefeiert. Wie handhabt Cottbus denn die Zucht? Leider war ich noch nie dort.
So weit ich weiß, war aber auch noch nie dort, brüten in Cottbus die Vögel mitten auf ihrer Freianlage und ziehe regelmäßig Jungtiere auf, obwohl man auch in Cottbus per Hand aufzieht.... Daher glaube ich nicht, dass eine generelle Isolierung des Brutpaares unbedingt notwendig ist.
In Leipzig hat man den Tieren einen ruhigen Brutraum zur Verfügung gestellt, doch ist der Mann eine Handaufzucht, sehr agressiv und möchte eher mit den Pflegern brüten als mit seinem Weibchen.
Die 4 Leipziger dürften auch noch recht jung sein. Son Marabu wird ja auch erst mit 4-5 Jahren geschlechtsreif. Da kann man denen noch ein bissen Zeit geben.
Das eine Paar ist noch recht jung, das stimmt. Das andere Paar allerdings wurde schon einige Jahre auf der Teichinsel gehalten und hat auch dort nie gebrütet...... Aber das gehört hier nicht hin, immerhin gehts hier um Köln....
Hält man die cottbusser Tiere denn mit Huftieren oder mit anderen Vögeln zusammen? Auf vielen Afrika-Anlagen laufen ja auch zwei Marabus herum, die selten irgendwelche Balz- geschweige denn Brutaktivitäten zeigen. Eigentlich bietet die leipziger Anlage mit ihrem Schilfgürtel ja gute Rückzugsmöglichkeiten und ist in mancher Hinsicht der kölner garnicht so unähnlich, aber in Köln finden die Marabus erst mit dem Eierlegen an, als die Antilopen verschwunden waren, und dergleichen gibt es in Leipzig ja noch. Ich sehe zwei Probleme: Das eine liegt daran, daß es offensichtlich günstig ist, wenn sich in einer größeren Gruppe von Marabus ein Paar findet und wenn man nicht zwei gekaufte Vögel zusammenbringt, die vielleicht harmonieren, aber eben kein nicht brüten. Der zweite Punkt - zumindest in Köln - ist die Brut im Winter. Einerseits mag die Enge im Winterquartier das Brutverhalten auslösen, aber es gibt natürlich wenig Möglichkeiten für die Gruppe, sich im Falle von Streitereien voneinander zu trennen. Spätestens, wenn die jungen das Nest verlassen und man die Vögel bei gutem Wetter hinausläßt, besteht die Gefahr, das Zug im Stall auftritt oder die noch nicht vollständig befiederten Küken in das rheinische Winterwetter geraten. Die Handaufzucht macht dem Publikum durchaus Spaß - die Tiere sind ohnedies vergleichsweise populär, stehen aber auch an einem viel begangenem Weg - und es mag ja sein, daß manches Afrika-Panorama auch mit nichtbrütenden Vögeln zufriedengestellt werden kann. Ich fände es allerdings sehr schön, wenn es gelingen würde, zumindest manchmal eine Naturbrut zuzulassen.