01.10.2008, 12:56
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01.10.2008, 12:58
Am Abend werde ich im Dvur Kralove Jahresbericht die genaue Summe finden und auch Bilder von der Voliere posten. Die Sumpfvogelvoliere ist eine andere Anlage (aber im selbem Still).
Als aktuelle Beispiele für "hinter-den-Kulissen-Zuchträume" kann ich zB Zlin nennen, wo man seit ca 2 Jahren eine nach andere Volieren für Raubvögel baut (aktuelle Besatz - mehrere Paare Sekretäre, Mönchsgeier, Sperbegeier, Smutzgeier...). Oder wie Camparso schon erwähnte Prag, wo kurz vor Bauende eine Zentrum für Zucht von kleineren Vogelarten steht, für 850.000 Euro. Man plannt in nahe Zukunft Bau von einigen "Geo-Grossvolieren" wie Südafrika, Amazonien usw, und diese Zuchtzentrum soll zum einem für Nachschub für diese Schauanlagen sorgen, und gleichzeitig auch als Heimat für die gefährdete "graue Mäuse" unter Vögeln, die den durchsnittlichen Besucher nicht interessieren.
Als aktuelle Beispiele für "hinter-den-Kulissen-Zuchträume" kann ich zB Zlin nennen, wo man seit ca 2 Jahren eine nach andere Volieren für Raubvögel baut (aktuelle Besatz - mehrere Paare Sekretäre, Mönchsgeier, Sperbegeier, Smutzgeier...). Oder wie Camparso schon erwähnte Prag, wo kurz vor Bauende eine Zentrum für Zucht von kleineren Vogelarten steht, für 850.000 Euro. Man plannt in nahe Zukunft Bau von einigen "Geo-Grossvolieren" wie Südafrika, Amazonien usw, und diese Zuchtzentrum soll zum einem für Nachschub für diese Schauanlagen sorgen, und gleichzeitig auch als Heimat für die gefährdete "graue Mäuse" unter Vögeln, die den durchsnittlichen Besucher nicht interessieren.
01.10.2008, 13:48
Ich weiß nicht, ob die von Camparso angeführte Beseitigung von Zuchten hinter den Kulissen ein deutsches Phänomen ist - immerhin könnte man die Auflösung der nicht sichtbaren Bestände im düsseldorfer Aquazoo zu den Beispielen hinzurechnen.
Auf der anderen Seite scheinen mir dergleichen verdeckte Sammlungen oder Zuchten problematisch. Wenn man das Interesse der Besucher an weniger bekannten Arten wecken möchte, gehört die Sichtbarkeit von Jungenaufzucht und Brut- bzw. Paarungsverhalten zu den wichtigsten Mitteln. Wenn man sich dieser Möglichkeiten beraubt, bleibt nur noch die Investition in große imitatorische Prachtanlagen, die gleichsam verdecken, daß es sich beim ausgestellten Inhalt, dem Tier, nur um einen Stellvertreter für ein Zuchtprogramm handelt. Ein solches Vorgehen ist nicht nur ethisch fragwürdig, es zerstört auch jene Transparenz, die die Identifikation des Publikums mit Zoo und Tier bewirkt.
Schließlich ist auch zu fragen, weshalb öffentliche Mittel oder Eintrittsgelder für Zuchtstationen ausgegeben werden sollen, die niemand zu sehen bekommt. Selbstverständlich kann jeder Halter aus privaten Mitteln unzugängliche Zuchtstationen etablieren, doch da, wo öffentliche Gelder fließen, scheint mir die Öffentlichkeit auch weitmöglichst Zugang haben zu sollen.
Es gab in den 60er und 70er Jahren in den Museen eine ähnliche Tendenz: Um die Kunstmuseen für breitere Publikumsschichten attraktiver zu gestalten, meinte man, die Exponate auf entsprechend aufbereitete Großsäle für die Masse und kleinere Studiengalerien für die Spezialisten aufteilen zu müssen. Das Ergebnis war, daß die Kuratoren mit der Beschilderung der Exponaten in den Spezialsammlungen nicht hinterherkamen, dort langsam alles verstaubte, so daß am Ende niemand mehr Bilder gerade rückte und selbst das Verschwinden von einzelnen Stücken nicht bemerkt wurde. In die Prachtsäle kam dafür aber keinesfalls mehr Publikum, im Gegenteil, wegen der Verkürzung der Rundgänge verminderte sich sogar die Verweildauer der Besucher.
Eine ähnliche Entwicklung sehe ich dort, wo viele Arten hinter den Kulissen gehalten werden: So sind in Köln viele der Vögel in Käfigen untergebracht, in denen sie keinesfalls züchten, sondern eng vergesellschaftet sind und in einer Weise gehalten werden, wie das die Besucher nicht akzeptieren würden. Im Regenwaldhaus hat Herr Nogge die Kleinkäfige, die er in der Fasanerie mit großem publizistischen Echo zusammenlegte, neu eingebaut, aber eben in den vom Publikum nicht einsehbaren Trakten. Und in der Lemurenstation war es ähnlich. Dort gelangen keinesfalls die großen Zuchterfolge, dort saßen die abgebissenen älteren Tiere oder Reserveexemplare, während die Jungtiere im Lemurenhaus zur Welt kamen. Auch die derzeitige unzugängliche Haltung der Philippinenkrokodile in Köln führt dazu, daß die Spezialisten danach fragen und die neue Schaufensteranlage trotzdem für Nilkrokodile errichtet wird. Und wenn man sich die Kleinsäugerpräsentation in Friedrichsfelde anschaut, versteht man, weshalb, trotz des schönen Bestandes, die Tiere im frankfurter Haus mehr Interesse finden.
Auf der anderen Seite scheinen mir dergleichen verdeckte Sammlungen oder Zuchten problematisch. Wenn man das Interesse der Besucher an weniger bekannten Arten wecken möchte, gehört die Sichtbarkeit von Jungenaufzucht und Brut- bzw. Paarungsverhalten zu den wichtigsten Mitteln. Wenn man sich dieser Möglichkeiten beraubt, bleibt nur noch die Investition in große imitatorische Prachtanlagen, die gleichsam verdecken, daß es sich beim ausgestellten Inhalt, dem Tier, nur um einen Stellvertreter für ein Zuchtprogramm handelt. Ein solches Vorgehen ist nicht nur ethisch fragwürdig, es zerstört auch jene Transparenz, die die Identifikation des Publikums mit Zoo und Tier bewirkt.
Schließlich ist auch zu fragen, weshalb öffentliche Mittel oder Eintrittsgelder für Zuchtstationen ausgegeben werden sollen, die niemand zu sehen bekommt. Selbstverständlich kann jeder Halter aus privaten Mitteln unzugängliche Zuchtstationen etablieren, doch da, wo öffentliche Gelder fließen, scheint mir die Öffentlichkeit auch weitmöglichst Zugang haben zu sollen.
Es gab in den 60er und 70er Jahren in den Museen eine ähnliche Tendenz: Um die Kunstmuseen für breitere Publikumsschichten attraktiver zu gestalten, meinte man, die Exponate auf entsprechend aufbereitete Großsäle für die Masse und kleinere Studiengalerien für die Spezialisten aufteilen zu müssen. Das Ergebnis war, daß die Kuratoren mit der Beschilderung der Exponaten in den Spezialsammlungen nicht hinterherkamen, dort langsam alles verstaubte, so daß am Ende niemand mehr Bilder gerade rückte und selbst das Verschwinden von einzelnen Stücken nicht bemerkt wurde. In die Prachtsäle kam dafür aber keinesfalls mehr Publikum, im Gegenteil, wegen der Verkürzung der Rundgänge verminderte sich sogar die Verweildauer der Besucher.
Eine ähnliche Entwicklung sehe ich dort, wo viele Arten hinter den Kulissen gehalten werden: So sind in Köln viele der Vögel in Käfigen untergebracht, in denen sie keinesfalls züchten, sondern eng vergesellschaftet sind und in einer Weise gehalten werden, wie das die Besucher nicht akzeptieren würden. Im Regenwaldhaus hat Herr Nogge die Kleinkäfige, die er in der Fasanerie mit großem publizistischen Echo zusammenlegte, neu eingebaut, aber eben in den vom Publikum nicht einsehbaren Trakten. Und in der Lemurenstation war es ähnlich. Dort gelangen keinesfalls die großen Zuchterfolge, dort saßen die abgebissenen älteren Tiere oder Reserveexemplare, während die Jungtiere im Lemurenhaus zur Welt kamen. Auch die derzeitige unzugängliche Haltung der Philippinenkrokodile in Köln führt dazu, daß die Spezialisten danach fragen und die neue Schaufensteranlage trotzdem für Nilkrokodile errichtet wird. Und wenn man sich die Kleinsäugerpräsentation in Friedrichsfelde anschaut, versteht man, weshalb, trotz des schönen Bestandes, die Tiere im frankfurter Haus mehr Interesse finden.
01.10.2008, 15:04
01.10.2008, 18:22
Das ist eine sehr interessante Aufnahme! Ich frage mich allerdings, ob die Flamingos in diesem Gebilde wirklich herumfliegen können. Erhöhte Sitzplätze gibt es ja nicht, und als besonders begabter Bewältiger von Kurven im Flug ist die Art ja nicht bekannt.
01.10.2008, 18:54
IP66 schrieb:Erhöhte Sitzplätze gibt es ja nicht.
Ich habe auch noch keinen Flamingo auf Bäumen sitzen gesehen.K.D.
01.10.2008, 18:58
Oftmals wird doch nicht gezüchtet, da die Männchen beim Treten das Gleichgewicht verlieren, da sie beschnittene/kupierte Flügel haben. Da würde so ne Anlage natürlich schon ein Vorteil erbringen.
01.10.2008, 19:00
Danke hippo137 für den Bild, du hast mir Mühe erspart 
Ich habe in dem Jahresbericht nachgeguckt, und die Gesamtkosten für die Voliere waren im Jahr 2006 genau 123 267 Kronen, was bei dem Wechselkurz damals 4311 Euro gleichte.
@IP66 Eigentlich sollen die Flamingos in eine Voliere nicht "richtig" fliegen, das wäre zu gefährlich für sie. Die normale Geschwindigkeit von Flamingos im Flug ist über 60km/St, da wäre eine Prallung gegen Konstruktion warscheinlich mit Verletzung/Tot "belohnt".

Ich habe in dem Jahresbericht nachgeguckt, und die Gesamtkosten für die Voliere waren im Jahr 2006 genau 123 267 Kronen, was bei dem Wechselkurz damals 4311 Euro gleichte.
@IP66 Eigentlich sollen die Flamingos in eine Voliere nicht "richtig" fliegen, das wäre zu gefährlich für sie. Die normale Geschwindigkeit von Flamingos im Flug ist über 60km/St, da wäre eine Prallung gegen Konstruktion warscheinlich mit Verletzung/Tot "belohnt".
01.10.2008, 19:07
@IP66: Die Haltung der Philippinen-Krokodile hinterd en Kulissen in Köln macht aber durchaus Sinn: Die halbwüchsigen Krokodile, die für ihre Unverträglichkeit bekannt sind, müssen getrennt gepflegt werden, will man Verluste vermeiden. Auf der grossen Nilkrokodil-Anlage, die dann baulich verändert wrden muss, würden die kleinen Kerle vermutlich vor Angst sterben - und wo sollte wohl die Gruppe adulter Nilkrokodile bis zur Eröffnung der neuen Anlage hin?
02.10.2008, 10:39
zu den Flamingos: Ich könnte mir vorstellen, daß bei erhöhten Zweigen der ein oder andere Flamingo doch einmal einen Kurzflug wagt und dadurch eine andere Lebensqaulität entwickelt als ein kupierter Vogel. Andersherum gibt es auch Volieren, in denen die Insassen kupiert sind - da geht es wohl darum, die Besucher zu beruhigen. es scheint, daß bei Langstreckenfliegern letztlich die Haltung kupierter Tiere sich gar nicht so gewaltig von denen in Volieren unterscheidet. Ob der Zustand die Paarung dergestalt behindert, weiß ich nicht - gerade Flamingos züchten ja auch im kupierten Zustand sehr gut, und bei Kranichen dürfte die Zusammenstellung passender Paare auch wichtiger sein als der Flügelzustand.
zu den Krokodilen hinter den Kulissen: Ich akzeptiere durchaus, daß ab und zu Tiere hinter den Kulissen gehalten werden müssen - allerdings nur, so lange dies zeitlich begrenzt geschieht und die Besucher die Tiere schließlich zu sehen bekommen. In Bezug auf die Philippinenkrokodile würde das heißen, daß ich, wenn die Ausstellung schließlich erfolgt, den Zoozweck für erfüllt halten werde. Ich frage mich allerdings, was passiert, wenn eine der militanteren "Tierschutz"-Organisationen auf die Idee verfällt, die kölner Haltungsbedingungen öffentlich bekannt zu machen. Da hätte man dann nur noch den Vorteil, daß die Schauanlagen auch nicht zu den größten auf dieser Erde zählen und man sich damit herausreden kann, daß es die Tiere dort auch nicht besser haben.
zu den Krokodilen hinter den Kulissen: Ich akzeptiere durchaus, daß ab und zu Tiere hinter den Kulissen gehalten werden müssen - allerdings nur, so lange dies zeitlich begrenzt geschieht und die Besucher die Tiere schließlich zu sehen bekommen. In Bezug auf die Philippinenkrokodile würde das heißen, daß ich, wenn die Ausstellung schließlich erfolgt, den Zoozweck für erfüllt halten werde. Ich frage mich allerdings, was passiert, wenn eine der militanteren "Tierschutz"-Organisationen auf die Idee verfällt, die kölner Haltungsbedingungen öffentlich bekannt zu machen. Da hätte man dann nur noch den Vorteil, daß die Schauanlagen auch nicht zu den größten auf dieser Erde zählen und man sich damit herausreden kann, daß es die Tiere dort auch nicht besser haben.
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