26.09.2007, 16:30
Im Zuge der Studienfahrt meines Stammkurses letzte Woche nach Katalonien, war es mir bei zwei Aufenthalten in Barcelona möglichen, sowohl den Zoo als auch das Aquarium zu besuchen.
Der Besuch des Aquariums am Dienstag erfolgte eher spontan, da ich eigentlich nur mit Freizeit für einen Besuch am Donnerstag gerechnet habe. Jedoch waren mit unserer Stadtrundfahrt recht zügig fertig, so dass wir uns in Hafennähe für etwa zwei Stunden Freizeit trennten. Da der Weg zum Zoo einen nicht unbedeutenden Teil der Zeit beansprucht hätte, entschied ich mich, das nahe liegende Aquarium zu besuchen, das mit dem Slogan "If you haven't been here, you haven't been to Barcelona" wirbt.
Die Kassen liegen außerhalb des eigentlichen Gebäudes unter einer Art Vordach, wohl um etwaige Besuchermassen besser bewältigen zu können. Jedoch war es zu diesem Zeitpunkt noch recht leer, so dass ich nur wenige Minuten warten musste, bis ich die 16 Euro Eintritt entrichten durfte. Ich hatte ja auf einen Schülerrabatt gehofft, aber der wird nur bei Vorzeigen eines speziellen internationalen Schüler-/Studentenausweises gewährt und beträgt auch nur 1,60 Euro.
Anschließend betrat ich das Hauptgebäude und ging nach Passieren der mittlerweile weit verbreiteten Drehkreuze durch einen bepflanzten verglasten Flügel des Gebäudes auf einem Steg, vorbei am obligatorischen Fotostand, dessen Mitarbeiterinnen sich glücklicherweise rasch abwimmeln ließen, in die Aquarienaustellung im Untergeschoss.
Zunächst durchschreitet man die große Mittelmeersektion, die etwa 10 mittlere bis größere sowie mehrere kleinere Becken für besondere oder unauffällige Meeresbewohner umfasst. Die Gestaltung des Raumes ist angenehm nüchtern, kitschige Verkleidungen wie in Sea Life Centres sucht man vergeblich. Vor den meisten Becken befinden sich Geländer in etwa einem halben Meter Abstand, wohl um bei großem Andrang so vielen Besuchern wie möglich eine Sicht auf die Becken zu ermöglichen.
Alle Becken haben ein spezifisches Thema, das auf der Beschilderung, einer Leiste oberhalb der Scheiben, beschrieben wird. Leider werden in der Beschilderung nur wenige Arten beschrieben, diese sind dann oft auch nicht mal mehr vorhanden.
Bei einigen Becken liegt der Wasserspiegel in der Mitte der Scheibe und gibt den Blick frei auf eine Kulisse um das Becken herum, so etwa bei dem Becken "Ebrodelta", das von Arten wie Flußaal, Goldbrasse, Wolfsbarsch oder Marmorbrasse in teilweise sehr hoher Stückzahl bewohnt wird.
Ansonsten wird ein breiter Querschnitt der Mittelmeerfauna von Mittelmeer-Muräne über Meerrabe bis hin zum Braunem Zackenbarsch gezeigt. Wirbellose Tiere sind natürlich auch vorhanden.
Der Mittelmeerbereich geht praktisch fließend in den Bereich Tropische Meere über, der mit einem Haibecken beginnt, das u.a. von Schwarzspitzen-Riffhaien und Ammenhaien bewohnt wird. Es ist durch eine normale Scheibe einsehbar, der Grund des Beckens liegt tiefer als die Scheibe.
Es folgen gegenüber ein letztes Mittelmeerbecken mit Korallen, Schnepfen- und Eberfischen sowie Fahnenbarschen und fünf tropische Becken, von denen eins gerade umgestaltet wurde. Die Becken sind deutlich größer als die meisten Korallenbecken in deutschen Aquarien und im Schnitt mit etwa 10 Fischarten besetzt, von Netzmuräne bis Doppelsattel-Falterfisch.
Nachdem man die tropischen Aquarien passiert hat, gelangt man zum spektakulärsten Becken, dem Ozeanarium, das 4,5 Mio. Liter Meerwasser fasst.
Die auffallendsten Bewohner sind sicherlich die Sandtigerhaie. Daneben bewohnen mit Atlantischen Braunhaien, Gewöhnlichen Gittarenrochen, Adlerrochen und Gewöhnlichen Stachelrochen auch noch vier weitere Knorpelfischarten das Becken.
Diesen leisten noch eine Vielzahl anderen mittelgroßer bis größerer Fische Gesellschaft, von Mittelmeer-Muränen über Zackenbarsche bis hin zu großen Makrelen.
Der Mondfisch war trotz Ausschilderung auch bei mehreren Durchgängen durch die insgesamt 80 m langen Aquatunnel, die man auf einem Band durchfährt, nicht zu sehen.
In den Nebengängen (es gibt auch eine normale, aber sehr große Einsichtsscheibe) finden sich in separaten Becken Kraken und einige weitere atlantische/Mittelmeerfische.
Nun kommt man noch an Becken für beide Fetzenfischarten vorbei. Der Algenfetzenfisch (Phyllopteryx taeniolatus) war in diesem Jahrzehnt auch schon in einigen deutschen Aquarien vorhanden (Berlin, Frankfurt, Hamburg (altes Troparium), Stuttgart), jedoch sie alle diese Haltungen mittlerweile beendet. Fünf Exemplare waren in Barcelona zu sehen.
Den Großen Fetzenfisch (Phycodorus eques) kannte ich nur aus Basel, wo die Art aber mittlerweile auch nicht mehr gehalten wird. Hiervon fand ich nur zwei Exemplare vor.
Neben der Abholstelle für die hinter dem Eingang geschossenen Fotos findet sich hier noch ein Atollbecken (wiederum mit halbhohem Wasserspiegel und tropischer Kulisse im Hintergrund, das v.a. zahlreiche Falterfische beherbergt.
Danach geht es wieder in den oberen Stock, wo sich noch eine Halle mit einer Anlage für Humboldtpinguine, mehreren Süßwasserbecken (u.a. Gabelbart, Piranha, Pacu, Schützenfisch, Rotstreifen-Stachelaal) einer Beckenreihe mit besonderen kleineren Seefischarten wie Röhrenaal oder Seepferchen und weiteren Stech- und Gitarrenrochen in einem nach oben hin offenen Becken.
Auch einige Reptilien und Amphibien, wie Chinesische Rotbauchunke oder Grüner Leguan, finden sich in diesem Bereich, durch den ich leider hetzen musste, weil unten im Aquarienbereich am Aufgang nach oebn nur "Exit" stand und keinerlei Hinweis auf weitere Becken, so dass ich lieber unten noch mal eine Runde gedreht habe, zumal man durch Quergänge leicht von Ende der Aquarienausstellung zurück an ihren Anfang gelangt.
Durch den Souvenirshop gelangt man dann wieder nach draußen. Vom Steg, der wieder zurück in die Stadt führt, aus kann man übrigens sehr gut Fische im Hafenbecken beobachten. Bei meinem Aufenthalt war ein Schwarm Dicklippige Meeräschen zu sehen.
Fazit:
Das Aquarium ist unbedingt lohnenswert, wenn es auch einige Schwachpunkte gibt (v.a. Beschilderung und der sehr hohe Eintrittspreis sowie mangelnde Hinweise auf die Becken im oberen Gebäudeteil).
Allerdings hatte ich bezüglich des letzten Punktes wohl auch einfach zu wenig Zeit und habe deshalb vielleicht auch so manches übersehen
.
Der Besuch des Aquariums am Dienstag erfolgte eher spontan, da ich eigentlich nur mit Freizeit für einen Besuch am Donnerstag gerechnet habe. Jedoch waren mit unserer Stadtrundfahrt recht zügig fertig, so dass wir uns in Hafennähe für etwa zwei Stunden Freizeit trennten. Da der Weg zum Zoo einen nicht unbedeutenden Teil der Zeit beansprucht hätte, entschied ich mich, das nahe liegende Aquarium zu besuchen, das mit dem Slogan "If you haven't been here, you haven't been to Barcelona" wirbt.
Die Kassen liegen außerhalb des eigentlichen Gebäudes unter einer Art Vordach, wohl um etwaige Besuchermassen besser bewältigen zu können. Jedoch war es zu diesem Zeitpunkt noch recht leer, so dass ich nur wenige Minuten warten musste, bis ich die 16 Euro Eintritt entrichten durfte. Ich hatte ja auf einen Schülerrabatt gehofft, aber der wird nur bei Vorzeigen eines speziellen internationalen Schüler-/Studentenausweises gewährt und beträgt auch nur 1,60 Euro.
Anschließend betrat ich das Hauptgebäude und ging nach Passieren der mittlerweile weit verbreiteten Drehkreuze durch einen bepflanzten verglasten Flügel des Gebäudes auf einem Steg, vorbei am obligatorischen Fotostand, dessen Mitarbeiterinnen sich glücklicherweise rasch abwimmeln ließen, in die Aquarienaustellung im Untergeschoss.
Zunächst durchschreitet man die große Mittelmeersektion, die etwa 10 mittlere bis größere sowie mehrere kleinere Becken für besondere oder unauffällige Meeresbewohner umfasst. Die Gestaltung des Raumes ist angenehm nüchtern, kitschige Verkleidungen wie in Sea Life Centres sucht man vergeblich. Vor den meisten Becken befinden sich Geländer in etwa einem halben Meter Abstand, wohl um bei großem Andrang so vielen Besuchern wie möglich eine Sicht auf die Becken zu ermöglichen.
Alle Becken haben ein spezifisches Thema, das auf der Beschilderung, einer Leiste oberhalb der Scheiben, beschrieben wird. Leider werden in der Beschilderung nur wenige Arten beschrieben, diese sind dann oft auch nicht mal mehr vorhanden.
Bei einigen Becken liegt der Wasserspiegel in der Mitte der Scheibe und gibt den Blick frei auf eine Kulisse um das Becken herum, so etwa bei dem Becken "Ebrodelta", das von Arten wie Flußaal, Goldbrasse, Wolfsbarsch oder Marmorbrasse in teilweise sehr hoher Stückzahl bewohnt wird.
Ansonsten wird ein breiter Querschnitt der Mittelmeerfauna von Mittelmeer-Muräne über Meerrabe bis hin zum Braunem Zackenbarsch gezeigt. Wirbellose Tiere sind natürlich auch vorhanden.
Der Mittelmeerbereich geht praktisch fließend in den Bereich Tropische Meere über, der mit einem Haibecken beginnt, das u.a. von Schwarzspitzen-Riffhaien und Ammenhaien bewohnt wird. Es ist durch eine normale Scheibe einsehbar, der Grund des Beckens liegt tiefer als die Scheibe.
Es folgen gegenüber ein letztes Mittelmeerbecken mit Korallen, Schnepfen- und Eberfischen sowie Fahnenbarschen und fünf tropische Becken, von denen eins gerade umgestaltet wurde. Die Becken sind deutlich größer als die meisten Korallenbecken in deutschen Aquarien und im Schnitt mit etwa 10 Fischarten besetzt, von Netzmuräne bis Doppelsattel-Falterfisch.
Nachdem man die tropischen Aquarien passiert hat, gelangt man zum spektakulärsten Becken, dem Ozeanarium, das 4,5 Mio. Liter Meerwasser fasst.
Die auffallendsten Bewohner sind sicherlich die Sandtigerhaie. Daneben bewohnen mit Atlantischen Braunhaien, Gewöhnlichen Gittarenrochen, Adlerrochen und Gewöhnlichen Stachelrochen auch noch vier weitere Knorpelfischarten das Becken.
Diesen leisten noch eine Vielzahl anderen mittelgroßer bis größerer Fische Gesellschaft, von Mittelmeer-Muränen über Zackenbarsche bis hin zu großen Makrelen.
Der Mondfisch war trotz Ausschilderung auch bei mehreren Durchgängen durch die insgesamt 80 m langen Aquatunnel, die man auf einem Band durchfährt, nicht zu sehen.
In den Nebengängen (es gibt auch eine normale, aber sehr große Einsichtsscheibe) finden sich in separaten Becken Kraken und einige weitere atlantische/Mittelmeerfische.
Nun kommt man noch an Becken für beide Fetzenfischarten vorbei. Der Algenfetzenfisch (Phyllopteryx taeniolatus) war in diesem Jahrzehnt auch schon in einigen deutschen Aquarien vorhanden (Berlin, Frankfurt, Hamburg (altes Troparium), Stuttgart), jedoch sie alle diese Haltungen mittlerweile beendet. Fünf Exemplare waren in Barcelona zu sehen.
Den Großen Fetzenfisch (Phycodorus eques) kannte ich nur aus Basel, wo die Art aber mittlerweile auch nicht mehr gehalten wird. Hiervon fand ich nur zwei Exemplare vor.
Neben der Abholstelle für die hinter dem Eingang geschossenen Fotos findet sich hier noch ein Atollbecken (wiederum mit halbhohem Wasserspiegel und tropischer Kulisse im Hintergrund, das v.a. zahlreiche Falterfische beherbergt.
Danach geht es wieder in den oberen Stock, wo sich noch eine Halle mit einer Anlage für Humboldtpinguine, mehreren Süßwasserbecken (u.a. Gabelbart, Piranha, Pacu, Schützenfisch, Rotstreifen-Stachelaal) einer Beckenreihe mit besonderen kleineren Seefischarten wie Röhrenaal oder Seepferchen und weiteren Stech- und Gitarrenrochen in einem nach oben hin offenen Becken.
Auch einige Reptilien und Amphibien, wie Chinesische Rotbauchunke oder Grüner Leguan, finden sich in diesem Bereich, durch den ich leider hetzen musste, weil unten im Aquarienbereich am Aufgang nach oebn nur "Exit" stand und keinerlei Hinweis auf weitere Becken, so dass ich lieber unten noch mal eine Runde gedreht habe, zumal man durch Quergänge leicht von Ende der Aquarienausstellung zurück an ihren Anfang gelangt.
Durch den Souvenirshop gelangt man dann wieder nach draußen. Vom Steg, der wieder zurück in die Stadt führt, aus kann man übrigens sehr gut Fische im Hafenbecken beobachten. Bei meinem Aufenthalt war ein Schwarm Dicklippige Meeräschen zu sehen.
Fazit:
Das Aquarium ist unbedingt lohnenswert, wenn es auch einige Schwachpunkte gibt (v.a. Beschilderung und der sehr hohe Eintrittspreis sowie mangelnde Hinweise auf die Becken im oberen Gebäudeteil).
Allerdings hatte ich bezüglich des letzten Punktes wohl auch einfach zu wenig Zeit und habe deshalb vielleicht auch so manches übersehen
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und dann ist das nur eine Tierart!